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Literaturtip: Herdenschutzhunde - von Thomas Achim Schoke.
Dieses Buch jedoch ist das absolute Standardwerk zum Thema und gehört in jedes Regal eines Hirtenhundbesitzers.

Hier gehts zur Beschreibung und Rezension
Dein Hund ist entlaufen oder wird vermisst? Du musst deinen Kangal abgeben und suchst ein neues Zuhause für ihn? Oder du kennst einen Kangal, der in einem Tierheim auf Vermittlung wartet? Kangalworld hilft! Mehr Informationen hier: Kangals suchen eine Zuhause
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PostHeaderIcon Kangal Literaturtip des Monats

Heute möchte ich allen unseren Lesern ein Buch aus unserem Kangal Shop ans Herz legen:

Herdenschutzhunde - von Thomas Achim Schoke

Wer sich einen Kangal oder anderen Herdenschutzhund anschaffen und sich vorher einlesen möchte, wird feststellen, dass die deutsche Literatur hier nicht wirklich viel zu bieten hat. Dieses Buch jedoch ist das absolute Standardwerk zum Thema und gehört in jedes Regal eines Hirtenhundbesitzers.

Es ist zudem nicht nur für (künftige) Hundebesitzer geeignet, sondern stellt auch für Hundeausbilder, Tierpfleger und Tierärzte eine gute Informationsquelle dar. Die Schwerpunkte sind Wesensentwicklung und Charaktereigenschaften der Hirtenhunde und es ist mit seinen 375 Seiten das ausführlichste Werk auf dem deutschen Markt.

Im ersten Teil des Buches wird auf Eigenschaften und Verhalten von Hirtenhunden eingegangen. Der zweite Teil bietet einen Überblick über die wichtigsten Hirtenhundrassen, und der dritte Teil schildert die Ausbildung und Haltung der Hirtenhunde.

Das Buch ist in fast schon wissenschaftlicher Sachlichkeit geschrieben, jedoch an jeder Stelle gut lesbar.

Ein weiteres Argument für dieses Buch, auch was speziell Kangals betrifft, ist, dass der Autor keine Überzeugungsarbeit leisten will, sich einen Kangal (oder anderen Hirtenhund) ins Haus zu holen. Er stellt Zusammenhänge und Rekationen dieser Hunde auf die Umwelt dar, bringt aber keine Argumente, warum man unbedingt einen solchen Hund besitzen sollte.

Insbesondere am Beispiel des Kangal finde ich das enorm wichtig, da viele von der Faszination und Andersartigkeit dieser Hunde gelockt werden und sich dann verführen lassen, einen zu kaufen. Nach 2 Monaten stellen sie dann fest, dass es ganz so einfach doch nicht ist mit diesen Hunden und geben Sie wieder ab, oder (noch schlimmer) setzen sie aus.

Durch gute, sachliche und objektive Bücher wie dieses können solche Spontankäufe vielleicht etwas eingedämmt werden. Daher geht meine Empfehlung ganz besonders ans diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, sich einen Kangal anzuschaffen.

Für Menschen, die einen Kangal bereits besitzen, ist das Buch aber ebenfalls uneingeschränkt zu empfehlen, wegen seiner Ausführlichkeit und Informationsfülle.

PostHeaderIcon Kangals - instinktive Beschützer

Kangals sind von Natur aus Beschützer. Sie wissen instinktiv, dass sie Hirtenhunde sind und werden sich auch von diesem Gefühl leiten lassen. Daher brauchen die auch keinerlei extra Training, um eine Herde bewachen zu können.

Sie beschützen ihre Halter mit allem, was sie haben, und zögern auch nicht, in einem Kampf ihr Leben auf's Spiel zu setzen. Kangals sind die einzige existierende Rasse, die ohne spezielles Trainig für ihren Halter in den Tod gehen würde. Schon ein bedrohlicher Tonfall im Gespräch mit seinem Herrn versetzt einen Kangal in Alarmbereitschaft und lässt ihn aufhorchen. Wird der Halter tatsächlich körperlich angegriffen, greift ein Kangal ein - ohne Befehl.

Zusätzliches Trainig ist nur dann nötig, wenn der Hund auf ein bestimmtes Kommando angreifen oder aufhören soll, oder wenn er jemand anderen als seine Halter beschützen soll.
Profihundetrainer sind hier vergebens, da
"echte" Befehle für einen Kangal nur von seinem Besitzer kommen. Daher sollte ein guter Trainer den Halter unterrichten und ihm die Anweisungen geben.

PostHeaderIcon Die kontroverse Ausbildung zum Herdenschutzhund

Um die Hunde als Schützer und Wächter auszubilden, werden im wesentlichen zwei Methoden benutzt, die unterschiedlicher in ihrer Anwendung nicht sein könnten.

Die einen behaupten, man solle die Hunde als Welpen mit der Herde hinausschicken und ihnen sämtliche menschliche Aufmerksamkeit entziehen, so dass sie sich ganz der Herde widmen und sie als alleinige Begleiter gewohnt sind. Andere wiederum setzen darauf, die Hunde gerade in dieser jungen Phase ganz intensiv zu sozialisieren, so dass sie friedliche Wesen im Kreis der Herde und nicht gefährliche Erwachsene und Kinder in der Nähe akzeptieren.

Ich persönlich bevorzuge die zweite Variante. Die erste ist wohl für solche Tiere gedacht, die mit den Schafen ihre Tage auf Weiden verbringen, die sehr abgelegen und weit entfernt sind, und daher nur ca. einmal die Woche Kontakt zu Menschen haben (sofern es, wie oft der Fall ist, automatisierte Futterstellen gibt). Das mag sinnvoll erscheinen, aber doch denke ich wirft es Probleme auf. Ich frage mich zum Beispiel, wie diese Hunde sich verhalten, wenn die Herde während des Winters und beim Scheren von der Weide geholt wird?

Daher bevorzuge ich es, wenn ein Welpe von Anfang an gut sozialisiert wird. Dadurch wird er lernen bei der Herde zu bleiben, wenn er regelmässig mitgenommen wird, und gleichzeitig geliebt, gefüttert und unterhalten zu werden, woraufhin er sich auch freundlich gegenüber Menschen verhalten wird.

PostHeaderIcon Das Beuteverhalten anatolischer Herdenschutzhunde

Da Kangals Herdenschutzhunde und keine Angreifer sind ist stets darauf zu achten, dass ihr Jagttrieb so gering wie möglich ausgeprägt ist. Um die Herde angemessen zu bewachen ist es von höchster Wichtigkeit, kein Beuteverhalten an den Tag zu legen. In den Genen werden wohl sicherlich Veranlagungen für Jagtverhalten auch bei Kangals vorhanden sein, jedoch kann man durch gezielte Zuchtauswahl dieselbige stark verdecken und dafür sorgen, dass die Reizschwelle zu einem derartigen Verhalten so hoch angelegt ist, dass solche Eigenschaften erst gar nicht zum Vorschein kommen. Schon bei der Erziehung der Welpen ist darauf zu achten, dass solches Verhalten nicht von der Mutter erlernt wird.

In der Türkei werden Hunde mit solch fehlgeleiteten Jagteigenschaften nicht selten ausgestossen, bisweilen sogar getötet. Manchmal sogar von fremden Hirten, wenn der Hund seine Herde in Unruhe versetzte. Und genau das darf nämlich nicht passieren.

Herdenschutzhunde müssen sich inmitten der Herde befinden und frei bewegen können, ohne diese zu beunruhigen, was durch jegliches Jagtverhalten hervorgerufen werden könnte. Bei den meisten Hütehunden zum Beispiel wird verlangt, dass sie die Herde einkreisen und zusammentreiben. Durch das Anstarren und das Einkreisen werden die Tiere allerdings beunruhigt. Dies darf ein Herdenschutzhund nicht. Er muss unter den Schafen leben können, ohne für Unruhe zu sorgen oder gar die Tiere zu bedrohen.

Die Reizschwelle des Selbstschutzes (der bei allen Hunden mehr oder weniger stark ausgeprägt ist) ist wiederum eine andere Sache. Bei Kangals sollte sie in einem natürlichen Maße erhalten bleiben. In der Türkei wird sie teils von Züchtern durch gezielte Auslese nach unten verschoben, um ein reaktionsschnelleres Verteidigungsverhalten hervorzurufen. Dabei ist es aber von hoher Priorität darauf zu achten, dass diese Eigenschaft eine natürliche Ausgewogenheit behält. Dass das Verhältnis zwischen Selbstschutz und der nötigen Aggressivität, gepaart mit der hohen Eigenständigkeit der Kangals, keine extremen Maße annimmt. Unter deutschen Verhältnissen wäre eher darauf zu achten, die Reizschwelle weiter oben anzusiedeln.

Es ist nicht immer ganz leicht, die gesunde und angemessene Höhe der Reizschwelle zu definieren. Ist sie zu hoch angesetzt ist es möglich, dass der Hund an Verteidigungsbereitschaft verliert. Setzt man sie allerdings zu niedrig an, führt das zu einer schnelleren Aggressivität und der Hund kann womöglich zur Gefahr für die Herde oder gar die Umwelt werden. Somit wäre keinerlei Sozialverträglichkeit mehr gegeben und jeder Hirte würde sich von seinem Hund trennen, da er an beiden erwähnten Fehlverhalten keinerlei Interesse hätte und sehr auf die Ausgewogenheit zwischen der sozialen Verträglichkeit und die Bereitschaft zur Aggressivität bedacht ist.

Dabei ist es unverantwortlich, dass viele Züchter heute nicht mehr genügend auf dieses gesunde Maß der Reizschwelle für den Selbstschutz achten und teils sogar ein Absenken dieser Schwelle angetrebt wird. Bei den meisten Hunderassen sind Jagdtendenzen zwar vorhanden, jedoch ist eine Neigung zum Angreifen oder gar Töten unerwünscht, also eine Beisshemmung wird stets vorausgesetzt.

Bei Wachhunden wiederum verhält sich das mit den Jagdtendenzen anders, und zu jenen zählt ebenso der anatolische Hirtenhund. Deren Motivation ist nicht die Beute, sondern der Schutz. Daher sollte die Neigung zum Selbstschutz ebenso entwickelt sein, wie die Neigung zum Angreifen, was dem Halter ein enormes Maß an Verantwortung zukommen lässt.

PostHeaderIcon Der erwachsene Kangal in der Erziehung

Zuverlässiges Gehorchen bei einem Kangal ist geradezu unmöglich. Aufgrund seines eigenständigen und eigenwilligen Charakters muss man im Voraus planen, damit schwierige Situationen gar nicht erst entstehen.

Es ist wichtig, immer und immer wieder mit ihm zu trainiere
n, so dass er seine Aufmerksamkeit auf den Hundeführer richtet. Kommunikation ist hier sehr wichtig, da es die Bindung zwischen Hund und Halter fördert, klare Führungsansprüche setzt und Regeln und Strukturen aufstellt. Diese Interaktionen müssen auch gar nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, sie sollen dem Hund einfach Spaß machen. Zu viel davon ist nicht nötig und wird den Hund ungemein langweilen. Es reichen zum Beispiel schon sein "Sitz" vor dem Essen oder ein kleines Spiel bevor man einen Hundepark betritt. Dadurch wird der Hund dich respektieren, wenn er eine vertrauensvolle Basis aufgebaut hat.

Knurren oder Beissen liegt nicht in der Natur der Kangals, daher müsste es hier in der Erziehung wenig Probleme geben. Sie sind menschenfreundlich, tolerant und geduldig, was wohl daher kommt, dass die Hunde in ihrer Heimat frei in den Dörfern leben und niemand sich dort leisten kann, dass sein Hund jemanden anknurrt oder sogar beisst, insbesondere Kinder und Frauen. Sollte ein Kangal das tun, wird er meist sofort getötet.

Die Gemeinschaft in den Dörfern Anatoliens ist sehr wichtig und die Menschen sind aufeinander angewiesen. Diebstahl ist daher ein Fremdwort für sie. Kangals müssen also nicht vor Menschen beschützten, sondern eher vor Raubtieren, weshalb sie heute niemals Menschen Gewalt entgegenbringen.

Durch diese Eigenschaften bekam der Kangal ganz neue Aufgaben. In den USA, in England oder in Schweden werden viele Kangals als Therapiehunde ausgebildet, insbesondere für den Umgang mit Schwerbehinderten, Autisten oder Hundephobikern.


PostHeaderIcon Der Kangalwelpe in der Erziehung

Da das Wesen der Kangals sehr dominant und eigenwillig ist, verlangt die Erziehung viel Geduld, Feingefühl und Erfahrung. Wer es bei anderen Gebrauchshunden gewohnt ist, dass sie sich unterdrücken lassen, ist bei einem Kangal an der falschen Adresse, denn der wird sich nichts gefallen lassen. Wenn man in seiner Erziehung etwas erreichen möchte, so schafft man das nur durch Vertrauen und stetige Konsequenz.

Die Erziehung an sich beginnt bereits bei der Mutterhündin, da sie ihren Welpen in der Prägephase schon ihre eigene Sicht der Dinge vermittelt. Wenn allerdings schon die Mutterhündin übermässig ängstlich, unsicher oder misstrauisch ist, wird das mit Sicherheit auch auf die Welpen abfärben. Daher ist es von großer Wichtigkeit, dass man sich auch das Umfeld der Mutter genauer ansieht, wenn man sich Kangalwelpen zulegt. Die Hündin selbst muss Selbstvertrauen haben und selbstbewusst wirken, jedoch ohne jegliche Aggressivität. Sie muss den Menschen in ihrer Umgebung ruhig und vertrauensvoll gegenübertreten. Wenn das gegeben ist, können sich die Welpen auch in ihrem zweiten Lebensabschnitt, der Sozialisierungsphase, dementsprechend entwickeln.

Kangalwelpen sind immer unglaublich süß und verspielt. Sie lernen schnell dazu und sind allem und jedem freundlich zugewandt. In dieser Phase sind kleine Dominanzansätze noch gut in den Griff zu bekommen. Dabei sollte man eher auf viel Lob für erwünschtes Verhalten denn auf Strafe für unerwünschtes Verhalten setzen, weil das im Endeffekt mehr bringt. Als Strafe sehr wirksam sein kann aber zum Beispiel ein sofortiges Ignorieren oder eine abrupte Unterbrechung des Spiels - allerdings nur, wenn danach gleich wieder für richtiges Verhalten gelobt wird.

Allgemein gilt in der Erziehung bei Kangals, dass sie eher langsam und gründlich ablaufen sollte, als hastig und auf Druck. Dadurch bekommt man einen Hund, der sich ideal in die Familienstrukturen einfügt. Dafür ist eine gute und frühe Sozialisierung wichtig, am besten direkt beginnend, wenn der Hund ins Haus kommt. Man sollte von Beginn an eine feste Rangordnung haben und von dieser auch niemals abweichen. Vorrausgesetzt man lässt sich genügend Zeit damit, kann man durchaus auch mit einem Welpen bereits erste Gehorsamkeitsübungen trainieren. Auch hier gilt: Übertriebene Härte ist unangebracht und kontraproduktiv! Es sollte eher eine starke Vertrauensbasis und konsequentes Handeln herrschen.

Bis dahin läuft meist alles problemlos und man könnte fast meinen, das bleibe so. Doch mit Einsetzen der Pubertät ändern sich Kangals. Ausnahmslos!

PostHeaderIcon Artgerechte Haltung eines Kangals (1)

Aufgrund des intelligenten, selbstbewussten und unabhängigen Wesens des Kangals bedeutet es eine sehr große Verantwortung in unserer dicht besiedelten Gesellschaft, einen solchen Hund zu halten. Daher sollte ein Kangal auch nie der erste Hund eines Halters sein, da es einer langjährigen Erfahrung bedarf um der Erziehung standhalten zu können. Jeder sollte sich vorher überlegen, ob er dieser Anforderung standhalten kann und mit diesen Eigenschaften umgehen möchte und auch kann, Leider überschätzen sich viele vor der Anschaffung dieser wunderbaren Hunderasse und als Konsequenz leiden sowohl Mensch und Hund. Die Folge: Abgabe wegen Überforderung. Das ist leider keine Seltenheit.

Die Ausbildung ist nicht gerade leicht, da sie außerdem eine angeborene Dominanz besitzen. Um einen Kangal gut zu erziehen ist es absolut notwendig, ihn frühzeitig zu sozialisieren, ihm eine eindeutige Rangordnung zu vermitteln und eine Gehorsamkeitsausbildung zu vollziehen. Dafür braucht man nicht selten unendlich viel Geduld, Zeit und Konsequenz.

Jedoch sollte man übertrieben Härte ebenso vermeiden, da ein Kangal sich niemals unterdrücken lassen wird. Aus der Defensive heraus könnte er sonst nach vorne angreifen. Statt übermäßiger Strenge überzeugen ihn eher Vertrauen und innere Autorität, und wenn man dies als Halter erst einmal errungen hat, ist einem der Schutz des Hundes sicher.

In seiner Heimat ist der Kangal meist
auf Selbstversorgung angewiesen , wobei er sich niemals weit von seiner Herde entfernt. Wenn er auf gewisse Tiere bereits als Welpe geprägt wurde, wir der diese auch stets beschützen.

Für Spiele ist ein Kangal nur sehr selten zu begeistern. In "Stöckchenwerfen" oder "Ball holen" sieht er keinen Sinn. Es macht den Eindruck, als sei dies etwas unter seiner Würde. Wenn er sich an dergleichen beteiligt, dann nur freiwillig um seinen Partnern einen Gefallen zu tun. Stattdessen gräbt er leidenschaftlich gerne tiefe Löcher! Außerdem sind ihm Schmusen und Körperkontakte sehr wichtig.

Was das Futter und die Pflege betrifft sind Kangals relativ genügsam, sind von Natur aus sauber und haben eigentlich wenig kennzeichnenden "Hundegeruch". Zweimal im Jahr haart er. Rassespezifische Erbkrankheiten gibt es keine für diese Tiere, sie sind relativ robust, was daher kommt, da in ihrer Heimat nur die stärksten Tiere die extremen Bedingungen überstehen und sich weiter fortpflanzen können. Zudem ist der Kangal ruhig und umgänglich mit allen ihm anvertrauten Menschen.

Im Spiel mit Kindern allerdings kann er infolge seiner Stärke und Statur ein wenig rau sein. Man darf nicht vergessen, dass diese Hunde keine sanften Riesen und erst recht keine Kinderhunde sind.

Der Kangal benötigt einen möglichst großen Garten mit hohem Zaun, denn er braucht als aktiver Arbeitshund viel Bewegung und Freiheit. Freiheit muss nicht immer Auslauf bedeuten, sondern eher die Möglichkeit sich frei bewegen und handeln zu dürfen. Tolerante Nachbarn sind ebenfalls von Vorteil, da er gerne mal seine tiefe, dröhnende Stimme erhebt. Seine Leidenschaft ist das Bewachen, der er besonders gerne in der Dunkelheit oder Dämmerung nachgeht. Er wird sich den höchsten und besten Aussichtspunkt auf dem Grundstück suchen, sich dort platzieren und wachen, um alles im Blick zu behalten.

Dringend abzuraten ist von einer Zwingerhaltung. Außerdem braucht ein Kangal oft ausgedehnte Spaziergänge. Allerdings ist er keiner von der Sorte, die jeden Tag seine feste Route ablaufen möchte. Man sollte eher Spaziergänge machen, deren Länge und Dauer er selbst bestimmen kann. Kein Geruch und keine Spur entgehen einem Kangal, und dafür braucht er eben Zeit. Allerdings versteht er sich in der Regel überhaupt nicht mit fremden Hunden, deshalb muss man aufpassen, dass er mit seiner Kraft und Entschlossenheit niemals ausser Kontrolle gerät. Am besten sollte man ihn schon als Welpen an den Umgang mit vielen Menschen und Hunden gewöhnen, die ihn in Anwesenheit des Besitzers auch einmal berühren. Das ist deshalb so wichtig, um ihn auf andere Situationen vorzubereiten, zum Beispiel den ersten Tierarztbesuch, Gäste zu Hause oder wenn er mal an einer Hundeausstellung teilnehmen soll.

Hier zum zweiten Teil: Artgerechte Haltung von Kangals (2)

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