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Zählt seit September 2010.
Dieses Buch jedoch ist das absolute Standardwerk zum Thema und gehört in jedes Regal eines Hirtenhundbesitzers.
Hier gehts zur Beschreibung und Rezension
Dein Hund ist entlaufen oder wird vermisst? Du musst deinen Kangal abgeben und suchst ein neues Zuhause für ihn? Oder du kennst einen Kangal, der in einem Tierheim auf Vermittlung wartet? Kangalworld hilft! Mehr Informationen hier: Kangals suchen eine Zuhause
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Kangal Rüde Kandash
23:00 | Eingestellt von
Igelballprinzessin |
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Dieser ältere Herr (fast 14 Jahre auf dem Buckel, aber immer noch agil!) namens Kandash (Undercovername: Bubi) kam aus der Türkei nach Deutschland und hat nun seit über 10 Jahren sein Zuhause bei Frauchen Kati gefunden.
Langweilig wird ihm nicht, er hat nämlich ganz schön Gesellschaft. Außer einem Chihuahua, der ihm oft ganz schön auf die Nerven geht, lebt er mit drei Katzen zusammen, die er zwar duldet und auch mag, denen er aber schonmal die Meinung geigt, wenn es ihm zu bunt wird.
Beim Essen ist er nicht sehr wählerisch. Trockene Brötchen verschwinden des öfteren in seiner Gegenwart auf unerklärliche Weise und Knochen werden erst einmal 2 Wochen in Erde eingelegt, bevor sie dann eventuell verspeist werden.
Was er gar nicht mag sind Gewitter - besonders vor dem Donner hat er panische Angst. Da muss Frauchen auch schon mal die eine oder andere Pfütze beseitigen und schlaflose, jammervolle Nächte ertragen, wenn es im Sommer heftig kracht und regnet.
Am liebsten sitzt er auf seinem Thron im parkähnlichen, großen Garten von Frauchen und passt auf das Rudel auf. Weite Strecken zu laufen ist meist nicht mehr drin ... aber hört er einen Kofferraum öffnen ist er gleich am Start - Autofahren ist eine seiner Leidenschaften.
Für Frauchen Kati steht auf jeden Fall fest:
"Trotz der vielen Probleme in den vergangenen Jahren wäre ein Leben ohne ihn undenkbar gewesen."
Hoffen wir, dass es noch einige Jahre erhalten bleibt :-)
Teilnehmerliste der Mitbewerber um den Titel:
Kangal des Jahres
Richtige Ernährung wird häufig unterschätzt
12:00 | Eingestellt von
Igelballprinzessin |
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Die Ernährung ist eine Komponente der Hundehaltung, auf die zwar jeder achtet, die aber dennoch häufig unterschätzt wird. Das gesamte körperliche Befinden und die Entwicklung der Tiere hängen jedoch damit zusammen und sind somit auch für seelische Ausgeglichenheit von hoher Priorität. Gerade Hirtenhunde spielen hier eine ganz besondere Rolle.
Die Ernährung unserer Hunde liegt in den besten Händen. Könnte man zumindest meinen, bei den vielen fördernden Inhaltsstoffen im Futter, den verschiedenen Zusatzpräparaten, der Ergänzungsnahrung, Spezialnahrung, Diätnahrung etc.. Ich will die Hundefutterindustrie nicht verteufeln, sicherlich gibt es viele Produkte auf dem Markt, die sehr nützlich sind. Jedoch werden diese häufig immer mehr auf menschliche Bedürfnisse zugeschnitten, was aber mit der Realität der Hunde nichts gemein hat. Hier werden die Hunde als Mittel zum Zweck missbraucht, den Hundehaltern ins Gewissen zu reden, sie würden nicht richtig für ihre Tiere sorgen, wenn sie das Futter XY nicht kaufen, nur um letztendlich einen dicken Geldbeutel zu haben.
Weil wir natürlich gute Hundehalter sein wollen, bleiben uns gewisse Worte im Gedächtnis, wie irgendwelche Zusatzstoffe, und wir versuchen alles, um unseren Schatz genügend damit zu versorgen, sehen aber nicht die Gefahr einer Überversorgung, die zu großen Schädigungen führen kann, ebenso wie Mangelernährung. Hier heisst es schlicht und einfach: Ausgewogenheit.
Im Ursprungsland der Kangals war Fertigfutter bis vor wenigen Jahren noch ein Fremdwort, und die Halter waren selbst verantwortlich für die Fütterung ihrer Tiere (Viele sind das noch heute). Die Preise sind dort stark überteuert, so dass sich nur die wenigstens dies leisten können.
In der Türkei ist Brot das Hauptnahrungsmittel, welches auch den Hunden als Futter dient. Oft wird es in Milch eingeweicht und mit der Brühe ausgekochter Knochen verrührt - und stellt das einzige Futter für Kangals dar! Da die Hirten meist sehr arm sind, bleibt nur selten etwas für die Hunde nach der Schlachtung übrig, da alles von den Menschen verwertet wird.
Über viele Jahre hinweg haben sich hier Hunde entwickelt, die mit primitivster Ernährung auskommen. Die sogar massive Probleme entwickeln können, gibt man ihnen zu viel des Guten (bspw. zu viel tierisches Eiweiß). Hier treten insbesondere häufig Hautprobleme auf. Es soll Fälle geben, bei denen das Fell der Hunde aufgrund falscher Ernährung komplett abgestossen wurde. Auch der restliche Körper und insbesondere die Knochen können unter einer unausgewogenen Ernährung leiden. Daher ist das einfachste Futter bei uns schon ein Festmahl für anatolische Hirtenhunde. Folglich sollte man darauf achten, den Tieren eher weniger Fleisch zu geben und keine Zusatzstoffe beizufügen deren Proteingehalt zu hoch ist. Ein Leckerli mit dem nahezu jeder Kangal absolut zufrieden ist, ist ein Stück trockenes Brot, eventuell mit etwas Margarine.
Ein Denkfehler vieler Hundehalter ist, dass die Größe eines Tiere davon beeinflusst wird, wie viel es frisst. Dies ist Humbug, da die Größe genetisch vorbestimmt ist, und man durch massenhaft Futter keinesfalls den Kangal in die Höhe treibt, sondern lediglich in die Breite. Er wächst zwar schneller und wird schwerer, aber die Endgröße steht von Beginn an fest und wird durch diese Überfütterung lediglich durch zusätzliche gesundheitliche Folgen ergänzt. Dies hat wiederum zur Folge, dass ein extrem schwerer Hund seine Gelenke (z.B. Hüfte) über die Maße belastet, woraus häufig Deformierungen der Gelenke resultieren. Das kann dazu führen, dass ein Hund später seine Wesensmerkmale nicht richtig ausleben kann, da durch die Deformationen der gesamte Bewegungsablauf beeinträchtigt wird. Somit wird der Hund einen unausgeglichenen Charakter haben.
Da gerade bei Junghunden das Wachstum nicht immer gleichmässig geschieht und viele Hunde in den ersten Jahren hinten höher als vorne sind, also ihr Hauptgewicht vorne tragen, kann man sich vorstellen, was das für die Vorderfußwurzelgelenke bedeutet, die dann extrem belastet werden und Langzeitfolgen vorprogrammieren.
Man kann also festhalten: Durch die jahrtausendelange Entwicklung der Kangals hat sich ihr Körper an die für uns scheinbar mangelhafte Ernährung gewöhnt und ist bestens damit ausgekommen. Sein Energiehaushalt und sein Stoffwechsel haben sich daran angepasst, so dass nun sowohl körperliche als auch charakterliche Schäden auftreten, wenn man es mit der Ernährung zu gut meint.
Die Ernährung unserer Hunde liegt in den besten Händen. Könnte man zumindest meinen, bei den vielen fördernden Inhaltsstoffen im Futter, den verschiedenen Zusatzpräparaten, der Ergänzungsnahrung, Spezialnahrung, Diätnahrung etc.. Ich will die Hundefutterindustrie nicht verteufeln, sicherlich gibt es viele Produkte auf dem Markt, die sehr nützlich sind. Jedoch werden diese häufig immer mehr auf menschliche Bedürfnisse zugeschnitten, was aber mit der Realität der Hunde nichts gemein hat. Hier werden die Hunde als Mittel zum Zweck missbraucht, den Hundehaltern ins Gewissen zu reden, sie würden nicht richtig für ihre Tiere sorgen, wenn sie das Futter XY nicht kaufen, nur um letztendlich einen dicken Geldbeutel zu haben.
Weil wir natürlich gute Hundehalter sein wollen, bleiben uns gewisse Worte im Gedächtnis, wie irgendwelche Zusatzstoffe, und wir versuchen alles, um unseren Schatz genügend damit zu versorgen, sehen aber nicht die Gefahr einer Überversorgung, die zu großen Schädigungen führen kann, ebenso wie Mangelernährung. Hier heisst es schlicht und einfach: Ausgewogenheit.
Im Ursprungsland der Kangals war Fertigfutter bis vor wenigen Jahren noch ein Fremdwort, und die Halter waren selbst verantwortlich für die Fütterung ihrer Tiere (Viele sind das noch heute). Die Preise sind dort stark überteuert, so dass sich nur die wenigstens dies leisten können.
In der Türkei ist Brot das Hauptnahrungsmittel, welches auch den Hunden als Futter dient. Oft wird es in Milch eingeweicht und mit der Brühe ausgekochter Knochen verrührt - und stellt das einzige Futter für Kangals dar! Da die Hirten meist sehr arm sind, bleibt nur selten etwas für die Hunde nach der Schlachtung übrig, da alles von den Menschen verwertet wird.
Über viele Jahre hinweg haben sich hier Hunde entwickelt, die mit primitivster Ernährung auskommen. Die sogar massive Probleme entwickeln können, gibt man ihnen zu viel des Guten (bspw. zu viel tierisches Eiweiß). Hier treten insbesondere häufig Hautprobleme auf. Es soll Fälle geben, bei denen das Fell der Hunde aufgrund falscher Ernährung komplett abgestossen wurde. Auch der restliche Körper und insbesondere die Knochen können unter einer unausgewogenen Ernährung leiden. Daher ist das einfachste Futter bei uns schon ein Festmahl für anatolische Hirtenhunde. Folglich sollte man darauf achten, den Tieren eher weniger Fleisch zu geben und keine Zusatzstoffe beizufügen deren Proteingehalt zu hoch ist. Ein Leckerli mit dem nahezu jeder Kangal absolut zufrieden ist, ist ein Stück trockenes Brot, eventuell mit etwas Margarine.
Ein Denkfehler vieler Hundehalter ist, dass die Größe eines Tiere davon beeinflusst wird, wie viel es frisst. Dies ist Humbug, da die Größe genetisch vorbestimmt ist, und man durch massenhaft Futter keinesfalls den Kangal in die Höhe treibt, sondern lediglich in die Breite. Er wächst zwar schneller und wird schwerer, aber die Endgröße steht von Beginn an fest und wird durch diese Überfütterung lediglich durch zusätzliche gesundheitliche Folgen ergänzt. Dies hat wiederum zur Folge, dass ein extrem schwerer Hund seine Gelenke (z.B. Hüfte) über die Maße belastet, woraus häufig Deformierungen der Gelenke resultieren. Das kann dazu führen, dass ein Hund später seine Wesensmerkmale nicht richtig ausleben kann, da durch die Deformationen der gesamte Bewegungsablauf beeinträchtigt wird. Somit wird der Hund einen unausgeglichenen Charakter haben.
Da gerade bei Junghunden das Wachstum nicht immer gleichmässig geschieht und viele Hunde in den ersten Jahren hinten höher als vorne sind, also ihr Hauptgewicht vorne tragen, kann man sich vorstellen, was das für die Vorderfußwurzelgelenke bedeutet, die dann extrem belastet werden und Langzeitfolgen vorprogrammieren.
Man kann also festhalten: Durch die jahrtausendelange Entwicklung der Kangals hat sich ihr Körper an die für uns scheinbar mangelhafte Ernährung gewöhnt und ist bestens damit ausgekommen. Sein Energiehaushalt und sein Stoffwechsel haben sich daran angepasst, so dass nun sowohl körperliche als auch charakterliche Schäden auftreten, wenn man es mit der Ernährung zu gut meint.
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J. Ernährung,
Überfütterung
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1 Kommentare
Worauf man bei der Haltung besonders achten muss
19:39 | Eingestellt von
Igelballprinzessin |
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Es gibt viele unterschiedliche Meinungen darüber, welche Haltung für Kangals nun die artgerechteste ist. Einige meinen, die Tiere könnten sich nur zufrieden fühlen, wenn man sie in ihrer ursprünglichen Umgebung, also Anatolien, aufzieht. Ich denke allerdings, dass man bei gegebenen rassespezifischen Voraussetzungen und einem artgerechten Umfeld auch außerhalb ihres ursprünglichen Arbeitsumfeldes den Kangals ein gutes, sicheres Zuhause bieten kann, ohne dass dabei grundlegende Wesenszüge verloren gehen. Man sollte aber auch erwähnt haben, dass Kangals grundsätzlich nur in erfahrene Hände gegeben werden sollten, da diese Rasse eben besonderes Feingefühl und Gespür erfordert.
Zum einen ist es wohl unabdingbar, dass die Kangals in ihrem sozialen Bedürfnis befriedigt werden, weshalb ein enger Familienkontakt und wenn möglich auch Umgang mit anderen Tieren geradezu verpflichtend ist. Es muss dafür gesorgt sein, dass der Hund sein tiefverwurzeltes Verantwortungsgefühl und Schutzbedürfnis ausleben darf, was allerdings auch ohne anatolische Schafherde möglich ist. Man muss den Hunden unbedingt die Gelegenheit geben, in den Abend- und Morgenstunden ihrem Wachbedürfnis zu frönen, sodass ihre feinfühligen Sinne wie Augen, Ohren und Nase befriedigt werden können. Daher ist die Rasse für eine ausschließliche Wohnungshaltung absolut ungeeignet!
Angst vor dauerhaftem "Gekläffe" braucht man in der Regel nicht zu haben, da Kangals sehr schnell lernen, welche Situation zugehörig ist und welche nicht, und schlagen dann nur bei wirklicher Gefahr an. Dafür ist es allerdings wichtig, dass die Hunde gleich in den ersten Lebensjahren mit ihrer kompletten Umwelt vertraut gemacht werden, damit sie fremde und zugehörige Situationen später unterscheiden können. Das soziale Umfeld erkennen junge Hunde auch sehr schnell an und entwickeln meist bald eine hohe Bereitschaft, den Wünschen des Halters nachzukommen. Denn die enge Verbindung zwischen Hund und Halter basiert stark auf dem gegenseitigen Bedürfnis des Wohlgefallens und nicht auf der Autorität des Halters, da ein Kangal auf diese nur sehr bedingt reagiert. Wichtig ist, dass ein Vertrauensverhältnis entsteht. Dies verlangt immer Erfahrungen, und zwar je mehr desto besser.
Diese Rasse hat außerdem ein innewohnendes Bedürfnis nach Ruhe und sie wird versuchen diesem mit allen Mitteln nachzukommen. Daher ist die einzig sinnvolle Strafe für einen Kangal, ihn aus dem Sozialverband auszuschließen, da er alles tun wird, um wieder aufgenommen zu werden und dadurch am schnellsten lernt, was von seinem Halter erwünscht ist.
Dieses Band, diese enge Verbindung, die da zwischen Halter und Hund eingegangen wird, ist wohl mit die wichtigste Komponente der Erziehung eines anatolischen Hirtenhundes. Es ist stets darauf zu achten, dem Hund die Menschen immer in Relation zu angenehmen Gefühlen nahe zu bringen. Was nicht heißen soll, dem Hund seine Bereitschaft zur Verteidigung zu nehmen, sondern lediglich die Hemmschwelle hoch anzusetzen (zumindest Menschen gegenüber).
Auch wenn hier teils oft sehr übertrieben wird darf man trotzdem nicht verheimlichen, dass bei falscher Erziehung und Haltung der Kangal tatsächlich zu einer Gefahr für seine Umwelt werden kann. Dies gilt zwar für viele andere Rassen gleichfalls, ist aber bei den Kangals besonders zu betonen, da sie bei Herausforderungen ihrer Verteidigungsbereitschaft unmittelbar und gegebenenfalls auch ohne Vorwarnung reagieren, was durch die Anforderungen der Hirten bedingt ist, die großen Wert auf den Mut und die Reaktionsschnelle ihrer Hunde legen.
Wer sich einen Kangal ins Haus holen möchte sollte sich vorher absolut im Klaren darüber sein, welch große Verantwortung ihm damit zukommt und sollte prüfen, ober die gegebenen Haltungsbedingungen erfüllen kann. Gerade in den ersten paar Jahren verlangt so ein Hund einiges an Geduld, Zeit und Liebe, und man muss bereit sein ca. 14 Jahre seines Lebens mit diesem Hund zu teilen und sich selbst nach den Ansprüchen des Hundes zu richten. Diese Rasse kann man oftmals nur schwer beschreiben, weil sie sich so sehr von anderen unterscheidet. Man muss sie erleben.
Die Hunde bestechen eben nicht nur durch ihre harmonische Eingliederung in die Familie, sondern auch durch ihren zärtlichen, fast schon fürsorglichen Umgang mit Menschen und anderen Tieren und die gesunde Verteidigungsbereitschaft. Auch die zu erwartenden Unkosten sind eher gering, da Kangals in der Ernährung recht anspruchslos sind und keine rassespezifischen Krankheiten bekannt sind. (Zur Ernährung sei allerdings gesagt, dass ein ZU hochwertiges Futter Schädigungen der Haut hervorrufen kann!) Dies wird nachvollziehbar, wenn man sich bewusst macht, dass die Hunde in ihrer Heimat meist von Brot und Wasser leben müssen und sich eine Generation von Hunden nur durchsetzt, wenn sie dieser mangelhaften Ernährung standhalten kann.
Externer Link: Ferienhäuser mit Hund
Zum einen ist es wohl unabdingbar, dass die Kangals in ihrem sozialen Bedürfnis befriedigt werden, weshalb ein enger Familienkontakt und wenn möglich auch Umgang mit anderen Tieren geradezu verpflichtend ist. Es muss dafür gesorgt sein, dass der Hund sein tiefverwurzeltes Verantwortungsgefühl und Schutzbedürfnis ausleben darf, was allerdings auch ohne anatolische Schafherde möglich ist. Man muss den Hunden unbedingt die Gelegenheit geben, in den Abend- und Morgenstunden ihrem Wachbedürfnis zu frönen, sodass ihre feinfühligen Sinne wie Augen, Ohren und Nase befriedigt werden können. Daher ist die Rasse für eine ausschließliche Wohnungshaltung absolut ungeeignet!
Angst vor dauerhaftem "Gekläffe" braucht man in der Regel nicht zu haben, da Kangals sehr schnell lernen, welche Situation zugehörig ist und welche nicht, und schlagen dann nur bei wirklicher Gefahr an. Dafür ist es allerdings wichtig, dass die Hunde gleich in den ersten Lebensjahren mit ihrer kompletten Umwelt vertraut gemacht werden, damit sie fremde und zugehörige Situationen später unterscheiden können. Das soziale Umfeld erkennen junge Hunde auch sehr schnell an und entwickeln meist bald eine hohe Bereitschaft, den Wünschen des Halters nachzukommen. Denn die enge Verbindung zwischen Hund und Halter basiert stark auf dem gegenseitigen Bedürfnis des Wohlgefallens und nicht auf der Autorität des Halters, da ein Kangal auf diese nur sehr bedingt reagiert. Wichtig ist, dass ein Vertrauensverhältnis entsteht. Dies verlangt immer Erfahrungen, und zwar je mehr desto besser.
Diese Rasse hat außerdem ein innewohnendes Bedürfnis nach Ruhe und sie wird versuchen diesem mit allen Mitteln nachzukommen. Daher ist die einzig sinnvolle Strafe für einen Kangal, ihn aus dem Sozialverband auszuschließen, da er alles tun wird, um wieder aufgenommen zu werden und dadurch am schnellsten lernt, was von seinem Halter erwünscht ist.
Dieses Band, diese enge Verbindung, die da zwischen Halter und Hund eingegangen wird, ist wohl mit die wichtigste Komponente der Erziehung eines anatolischen Hirtenhundes. Es ist stets darauf zu achten, dem Hund die Menschen immer in Relation zu angenehmen Gefühlen nahe zu bringen. Was nicht heißen soll, dem Hund seine Bereitschaft zur Verteidigung zu nehmen, sondern lediglich die Hemmschwelle hoch anzusetzen (zumindest Menschen gegenüber).
Auch wenn hier teils oft sehr übertrieben wird darf man trotzdem nicht verheimlichen, dass bei falscher Erziehung und Haltung der Kangal tatsächlich zu einer Gefahr für seine Umwelt werden kann. Dies gilt zwar für viele andere Rassen gleichfalls, ist aber bei den Kangals besonders zu betonen, da sie bei Herausforderungen ihrer Verteidigungsbereitschaft unmittelbar und gegebenenfalls auch ohne Vorwarnung reagieren, was durch die Anforderungen der Hirten bedingt ist, die großen Wert auf den Mut und die Reaktionsschnelle ihrer Hunde legen.
Wer sich einen Kangal ins Haus holen möchte sollte sich vorher absolut im Klaren darüber sein, welch große Verantwortung ihm damit zukommt und sollte prüfen, ober die gegebenen Haltungsbedingungen erfüllen kann. Gerade in den ersten paar Jahren verlangt so ein Hund einiges an Geduld, Zeit und Liebe, und man muss bereit sein ca. 14 Jahre seines Lebens mit diesem Hund zu teilen und sich selbst nach den Ansprüchen des Hundes zu richten. Diese Rasse kann man oftmals nur schwer beschreiben, weil sie sich so sehr von anderen unterscheidet. Man muss sie erleben.
Die Hunde bestechen eben nicht nur durch ihre harmonische Eingliederung in die Familie, sondern auch durch ihren zärtlichen, fast schon fürsorglichen Umgang mit Menschen und anderen Tieren und die gesunde Verteidigungsbereitschaft. Auch die zu erwartenden Unkosten sind eher gering, da Kangals in der Ernährung recht anspruchslos sind und keine rassespezifischen Krankheiten bekannt sind. (Zur Ernährung sei allerdings gesagt, dass ein ZU hochwertiges Futter Schädigungen der Haut hervorrufen kann!) Dies wird nachvollziehbar, wenn man sich bewusst macht, dass die Hunde in ihrer Heimat meist von Brot und Wasser leben müssen und sich eine Generation von Hunden nur durchsetzt, wenn sie dieser mangelhaften Ernährung standhalten kann.
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