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Unser Kangal Award

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Wird an geprüfte, wertvolle und informative Kangalseiten verliehen.

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Zählt seit September 2010.
Literaturtip: Herdenschutzhunde - von Thomas Achim Schoke.
Dieses Buch jedoch ist das absolute Standardwerk zum Thema und gehört in jedes Regal eines Hirtenhundbesitzers.

Hier gehts zur Beschreibung und Rezension
Dein Hund ist entlaufen oder wird vermisst? Du musst deinen Kangal abgeben und suchst ein neues Zuhause für ihn? Oder du kennst einen Kangal, der in einem Tierheim auf Vermittlung wartet? Kangalworld hilft! Mehr Informationen hier: Kangals suchen eine Zuhause
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PostHeaderIcon Ab wann kann ein Kangal eine Herde bewachen?

Ein Kangalwelpe wird meist zum ersten Mal mit circa 3 Monaten mit seinen Eltern zur Herde zum Wachen geschickt. Wenn die Hunde dann ungefähr ein Jahr alt sind, haben sie in der Regel die nötigen Vorraussetzungen gelernt, die sie brauchen, um alleine eine Herde beschützen zu können. Mit 2 Jahren sind sie schliesslich auch körperlich voll ausgebildet und bereit gegen Angreifer zu kämpfen und die Herde zu verteidigen. Ab diesem Zeitpunkt sind sie voll befähigt, eine Herde alleine und umfassend zu beschützen.

Schon allein die körperliche Erscheinung der Kangals mit ihrem riesigen, muskulösen Körper, ihren kraftvollen Pfoten, den großen Zähnen und dem kräftigen, lauten Bellen schüchtert viele Angreifer ein und schlägt sie in die Flucht.

Dazu kommt außerdem, dass ein Kangal sich nicht so einfach von Futter überlisten oder verführen lassen wird, und, gemäß seiner Natur, eher misstrauisch bleibt.

PostHeaderIcon Wie beschützt ein Kangal eine Herde

Ein anatolischer Hirtenhund beschützt seine Herde zum einen, indem er eine "äußere Grenze" um die Schafe zieht, die er einmal morgens und einmal abends umrundet, um das Territorium zu markieren. Nichts innerhalb dieser äußeren Grenze wird von den Hunden beschädigt, sie drehen lediglich ihre Runde und kehren danach zurück zur Herde.

Zum anderen zieht der Hund eine "innere Grenze" um die Herde, deren Gebiet er als Beschützerzone ansieht. Er hält sich immer zwischen der Herde und dieser Pufferzone auf, die er zwischen den beiden Begrenzungen gezogen hat, und verhält sich normalerweise immer ruhig, liegt in der Nähe der Herde solange, bis etwas ungewöhnliches in der Zone passiert, die er bewachen soll. Circa einmal pro Stunde steht er auf und zieht seine Kreise unter der Herde, überprüft alles, und legt sich dann wieder an einem neuen Platz nieder. Er erkennt sehr schnell, was der Situation zugehörig ist und welche Personen zu dem Umfeld gehören. Solange dann nichts ungewöhnliches auftaucht, bleibt er ruhig an seinem Platz liegen.

Ein ausgewachsener anatolischer Hirtenhund weiß instinktiv, dass er sich ruhig und vorsichtig zu verhalten hat, und sich unter der Herde unauffällig bewegen soll. Wenn er dauernd unruhig durch die Menge streifen würde, würde er damit die Tiere nervös machen und könnte sie somit nicht mehr richtig beschützen. Kangals haben hier eine sehr hohe Grenze, bis sie tatsächlich den Frieden stören weil sie etwas als Gefahr sehen. Beim ersten Bellen, dass sie dann von sich geben, signalisieren sie der Herde sogar immer noch, dass keine Gefahr besteht. Beim zweiten Bellen übermittelt er ihnen, dass der Störenfried immer noch anwesend ist und deshalb erhöhte Aufmerksamkeit angebracht ist. Die Herde wird dann weiterhin grasen, wird aber mit einem Ohr auf den Hund horchen.Wenn dieser dann entscheidet, dass eine Gefahr wirklich bedrohend ist, verändert sich beim Bellen die Tonlage. Er beginnt hin und her zu laufen und signalisiert der Herde, zusammenzukommen, und zeigt ihnen, in welche Richtung sie sich bewegen sollen, so dass ein Vorteil gegenüber dem Eindringling entsteht. Er kann durch seine Bewegungen die Herde sichern, ohne dabei dem Feind den falschen Eindruck eines Rückzuges zu vermitteln.

Der Körperbau der anatolischen Hirtenhunde ist so gemacht, dass sie etwas länger als hoch sind. Dies verleiht ihnen einen federnden Gang, der ihnen erlaubt, sich sehr schnell zu bewegen ohne aber den Eindruck einer solchen Schnelligkeit zu machen. Sie können eine Herde komplett durchqueren um alles zu überprüfen, ohne auch nur ein einziges Schaf zu beunruhigen. Seitdem die Hunde mit der Aufgabe bedacht wurden, Schafe in den Hochplateaus Anatoliens zu bewachen, mussten sie die gleiche Agilität wie die Schafe aufweisen. Sobald ihre Geschwindigkeit sich erhöht, wird ihr Gang sehr schmal, ideal also, um enge Pfade schnell zu durchkämmen. Durch diese Beweglichkeit benötigen sie auch gar kein massives Gewicht, um Feinde und Eindringlinge abzuwehren.

Eigentlich ist "hüten" nicht wirklich das richtige Wort für die Tätigkeit der Kangals. Die Herde kann laufen, wo immer sie hinmöchte, da die einzige Aufgabe des Hundes im Bewachen liegt. Sollte ein Mitglied in der Herde sich ungewöhnlich verhalten, wird der Hund in seiner Nähe bleiben und bellen, um die Aufmerksamkeit des Schäfers erregen. (Z.B. wenn ein Tier in einem Loch feststeckt oder sich irgendwo verfangen hat) Wenn ein Herdenmitglied auf dem Rücken liegt und sich absolut still verhält, wird das den Hund lediglich dazu veranlassen, bei ihm zu bleiben, nicht aber zu bellen. Denn solange das Tier ruhig daliegt, weiss der Hund nicht, dass etwas mit ihm nicht stimmt.

PostHeaderIcon Das Beuteverhalten anatolischer Herdenschutzhunde

Da Kangals Herdenschutzhunde und keine Angreifer sind ist stets darauf zu achten, dass ihr Jagttrieb so gering wie möglich ausgeprägt ist. Um die Herde angemessen zu bewachen ist es von höchster Wichtigkeit, kein Beuteverhalten an den Tag zu legen. In den Genen werden wohl sicherlich Veranlagungen für Jagtverhalten auch bei Kangals vorhanden sein, jedoch kann man durch gezielte Zuchtauswahl dieselbige stark verdecken und dafür sorgen, dass die Reizschwelle zu einem derartigen Verhalten so hoch angelegt ist, dass solche Eigenschaften erst gar nicht zum Vorschein kommen. Schon bei der Erziehung der Welpen ist darauf zu achten, dass solches Verhalten nicht von der Mutter erlernt wird.

In der Türkei werden Hunde mit solch fehlgeleiteten Jagteigenschaften nicht selten ausgestossen, bisweilen sogar getötet. Manchmal sogar von fremden Hirten, wenn der Hund seine Herde in Unruhe versetzte. Und genau das darf nämlich nicht passieren.

Herdenschutzhunde müssen sich inmitten der Herde befinden und frei bewegen können, ohne diese zu beunruhigen, was durch jegliches Jagtverhalten hervorgerufen werden könnte. Bei den meisten Hütehunden zum Beispiel wird verlangt, dass sie die Herde einkreisen und zusammentreiben. Durch das Anstarren und das Einkreisen werden die Tiere allerdings beunruhigt. Dies darf ein Herdenschutzhund nicht. Er muss unter den Schafen leben können, ohne für Unruhe zu sorgen oder gar die Tiere zu bedrohen.

Die Reizschwelle des Selbstschutzes (der bei allen Hunden mehr oder weniger stark ausgeprägt ist) ist wiederum eine andere Sache. Bei Kangals sollte sie in einem natürlichen Maße erhalten bleiben. In der Türkei wird sie teils von Züchtern durch gezielte Auslese nach unten verschoben, um ein reaktionsschnelleres Verteidigungsverhalten hervorzurufen. Dabei ist es aber von hoher Priorität darauf zu achten, dass diese Eigenschaft eine natürliche Ausgewogenheit behält. Dass das Verhältnis zwischen Selbstschutz und der nötigen Aggressivität, gepaart mit der hohen Eigenständigkeit der Kangals, keine extremen Maße annimmt. Unter deutschen Verhältnissen wäre eher darauf zu achten, die Reizschwelle weiter oben anzusiedeln.

Es ist nicht immer ganz leicht, die gesunde und angemessene Höhe der Reizschwelle zu definieren. Ist sie zu hoch angesetzt ist es möglich, dass der Hund an Verteidigungsbereitschaft verliert. Setzt man sie allerdings zu niedrig an, führt das zu einer schnelleren Aggressivität und der Hund kann womöglich zur Gefahr für die Herde oder gar die Umwelt werden. Somit wäre keinerlei Sozialverträglichkeit mehr gegeben und jeder Hirte würde sich von seinem Hund trennen, da er an beiden erwähnten Fehlverhalten keinerlei Interesse hätte und sehr auf die Ausgewogenheit zwischen der sozialen Verträglichkeit und die Bereitschaft zur Aggressivität bedacht ist.

Dabei ist es unverantwortlich, dass viele Züchter heute nicht mehr genügend auf dieses gesunde Maß der Reizschwelle für den Selbstschutz achten und teils sogar ein Absenken dieser Schwelle angetrebt wird. Bei den meisten Hunderassen sind Jagdtendenzen zwar vorhanden, jedoch ist eine Neigung zum Angreifen oder gar Töten unerwünscht, also eine Beisshemmung wird stets vorausgesetzt.

Bei Wachhunden wiederum verhält sich das mit den Jagdtendenzen anders, und zu jenen zählt ebenso der anatolische Hirtenhund. Deren Motivation ist nicht die Beute, sondern der Schutz. Daher sollte die Neigung zum Selbstschutz ebenso entwickelt sein, wie die Neigung zum Angreifen, was dem Halter ein enormes Maß an Verantwortung zukommen lässt.

PostHeaderIcon Der erwachsene Kangal in der Erziehung

Zuverlässiges Gehorchen bei einem Kangal ist geradezu unmöglich. Aufgrund seines eigenständigen und eigenwilligen Charakters muss man im Voraus planen, damit schwierige Situationen gar nicht erst entstehen.

Es ist wichtig, immer und immer wieder mit ihm zu trainiere
n, so dass er seine Aufmerksamkeit auf den Hundeführer richtet. Kommunikation ist hier sehr wichtig, da es die Bindung zwischen Hund und Halter fördert, klare Führungsansprüche setzt und Regeln und Strukturen aufstellt. Diese Interaktionen müssen auch gar nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, sie sollen dem Hund einfach Spaß machen. Zu viel davon ist nicht nötig und wird den Hund ungemein langweilen. Es reichen zum Beispiel schon sein "Sitz" vor dem Essen oder ein kleines Spiel bevor man einen Hundepark betritt. Dadurch wird der Hund dich respektieren, wenn er eine vertrauensvolle Basis aufgebaut hat.

Knurren oder Beissen liegt nicht in der Natur der Kangals, daher müsste es hier in der Erziehung wenig Probleme geben. Sie sind menschenfreundlich, tolerant und geduldig, was wohl daher kommt, dass die Hunde in ihrer Heimat frei in den Dörfern leben und niemand sich dort leisten kann, dass sein Hund jemanden anknurrt oder sogar beisst, insbesondere Kinder und Frauen. Sollte ein Kangal das tun, wird er meist sofort getötet.

Die Gemeinschaft in den Dörfern Anatoliens ist sehr wichtig und die Menschen sind aufeinander angewiesen. Diebstahl ist daher ein Fremdwort für sie. Kangals müssen also nicht vor Menschen beschützten, sondern eher vor Raubtieren, weshalb sie heute niemals Menschen Gewalt entgegenbringen.

Durch diese Eigenschaften bekam der Kangal ganz neue Aufgaben. In den USA, in England oder in Schweden werden viele Kangals als Therapiehunde ausgebildet, insbesondere für den Umgang mit Schwerbehinderten, Autisten oder Hundephobikern.


PostHeaderIcon Verhalten gegenüber anderen

Jeder hat sein eigenes Revier und bewacht die Grenzen gut, so dass ihm kein anderer Hund in die Quere kommen kann. Sie zeigen viel territoriales Gebaren und Anspruch auf Individualdistanz.Außerdem zeigen sie meist starkes Markierverhalten. In ihrem kompletten Sozialverhalten sind sie sehr instinktsicher, jedoch kommt es, entgegen weitläufiger Gerüchte, eher selten zu Kampfhandlungen mit Wölfen oder anderen Raubtieren. Da der Kangal eher Verteidiger denn Angreifer ist, begnügt er sich meist damit seine Gegner in die Flucht zu schlagen und belässt es dabei. Dies ist allein schon wegen der erbärmlichen Lebensumstände notwendig und ökonomisch sinnvoll, da jeder unnötige Kraft- und Körpereinsatz Verschwendung von Energie bedeutet.

Der Kangal ist in seinem Wesen ruhig und ausgeglichen, verfällt nie in unüberlegte Aktionen, ist aber auch stolz und selbstsicher. Wenn es um das Beschützen ihm angetrauter Menschen oder Besitztümer geht ist er absolut zuverlässig und tut dies auch ohne jegliche Aggressivität. Anderen Tieren gegenüber verhält er sich vorsichtig, sogar zärtlich, während er an Artgenossen jedoch langsam herangeführt werden sollte.Gut sozialisiert ist aber selbst das kein Problem.

An Fremde muss er jedoch vorsichtig herangeführt werden, da er instinktiv misstrauisch ist und sollte langsam an Besucher herangeführt werden. Ob er dann zu ihnen Kontakt hat wird er selbst entscheiden. Zunächst verhält er sich neutral und beobachtet sie aufmerksam, wird aber Vertraulichkeiten von Fremden eher nicht akzeptieren. Um es nochmals zu wiederholen: Kangals sind keine Angreifer - sondern Verteidiger! Daher wirken sie oft etwas reserviert Fremden gegenüber, während die in der Familie treu und anhänglich sind und hier eine enorme Bindungsfähigkeit besitzen. Daher ist in unseren Breitengraden ein gut sozialisierter Kangal ein überaus angenehmes Familienmitglied, der alles zur Familie gehörende beschützt. Trotzdem sollte man ihn mit Kindern nicht ohne Aufsicht alleine lassen.

Um die Zuneigung, die er erfährt anzunehmen, braucht ein Kangal sehr lange, da er trotz allem ein sehr sensibler Hund ist. Er geniesst zwar die Aufmerksamkeiten, zieht sich aber relativ schnell wieder zurück und geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach: dem Wachdienst.

Im Leben eines Kangals gibt es nichts Überflüssiges. Man meint er spare seine ganze Energie für den einen Tag auf, an dem er seine Familie und ihren Besitz verteidigen muss, wenn es sein muss unter Einsatz seines Lebens.


PostHeaderIcon Prähistorik und frühe Belege

Urspüngliche prähistorische Hunde gab es bereits zu neolithischer Zeit (ca. 7000 v. Chr.). Der Kangal, wie wir ihn heute kennen, ist ein Produkt dessen und aus Hunden der Zeit der Völkerwanderungen in Zentralasien. Vermutlich ist er verwandt mit den frühen Hunden des Molossertyps aus Assyrien.

Archäologische Funde von ca. 1200 v. Chr. belegen die Existenz großer Wachhunde des molossoiden Typs bei den Hethitern. Dieses Volk war indo-europäischer Abstammung und besiedelte Anatolien um ca. 2000 v. Chr. Ursprünglich waren es Krieger und Pferdezüchter, die nach und nach Regionen in der heutigen Türkei, in Syrien und im Irak eroberten und besetzten. Verglichen mit anderen Völkern waren die Hethiter hoch entwickelt und eine eher landschaftlich orientierte Gesellschaft. Die Pferdezucht war meist der Oberschicht vorbehalten, das allgemeine Volk betrieb dagegen Landwirtschaft und züchtete Ziegen und Schafe.

Die Hethiter bewachten außerdem viele Handelsrouten, hatten dabei als Nahrungsreserven immer ihre Schafherden dabei und als Begleiter die Hunde als Wache und Schutz. Es herrschte reger Handelsverkehr mit den Assyrern in Kleinasien (Ostanatolien) und Mesopotamien, wo man auch riesige, dunkelfarbige Hunde besaß. Dies belegen babylonische Basreliefs, die heute in der assyrischen Abteilung des Britischen Museums und in der ganzen Welt zu finden sind. Wobei immer Hunde des gleichen Typs dargestellt wurden: riesig und stark, mit einem schweren Kopf, folglich wahrscheinlich Jagd- oder Kriegshunde.

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