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Unser Kangal Award

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Wird an geprüfte, wertvolle und informative Kangalseiten verliehen.

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Zählt seit September 2010.
Literaturtip: Herdenschutzhunde - von Thomas Achim Schoke.
Dieses Buch jedoch ist das absolute Standardwerk zum Thema und gehört in jedes Regal eines Hirtenhundbesitzers.

Hier gehts zur Beschreibung und Rezension
Dein Hund ist entlaufen oder wird vermisst? Du musst deinen Kangal abgeben und suchst ein neues Zuhause für ihn? Oder du kennst einen Kangal, der in einem Tierheim auf Vermittlung wartet? Kangalworld hilft! Mehr Informationen hier: Kangals suchen eine Zuhause

PostHeaderIcon Kangals - instinktive Beschützer

Kangals sind von Natur aus Beschützer. Sie wissen instinktiv, dass sie Hirtenhunde sind und werden sich auch von diesem Gefühl leiten lassen. Daher brauchen die auch keinerlei extra Training, um eine Herde bewachen zu können.

Sie beschützen ihre Halter mit allem, was sie haben, und zögern auch nicht, in einem Kampf ihr Leben auf's Spiel zu setzen. Kangals sind die einzige existierende Rasse, die ohne spezielles Trainig für ihren Halter in den Tod gehen würde. Schon ein bedrohlicher Tonfall im Gespräch mit seinem Herrn versetzt einen Kangal in Alarmbereitschaft und lässt ihn aufhorchen. Wird der Halter tatsächlich körperlich angegriffen, greift ein Kangal ein - ohne Befehl.

Zusätzliches Trainig ist nur dann nötig, wenn der Hund auf ein bestimmtes Kommando angreifen oder aufhören soll, oder wenn er jemand anderen als seine Halter beschützen soll.
Profihundetrainer sind hier vergebens, da
"echte" Befehle für einen Kangal nur von seinem Besitzer kommen. Daher sollte ein guter Trainer den Halter unterrichten und ihm die Anweisungen geben.

PostHeaderIcon Wann sollte ein Kangal gefüttert werden?

Prinzipiell gilt, dass die Hunde eher nach ihrer Arbeit gefüttert werden sollten, im Falle der Kangals also gegen Morgen. Die morgendliche Fütterung ist auch eine uralte anatolische Tradition, ganz egal ob die Hunde ihre Arbeit tagsüber oder nachts ausführen. Auch während dem Essen werden die Hunde weiterhin aufmerksam bleiben und ein Auge auf die möglicherweise noch grasende Herde haben.

Wissenschaftler sind der Meinung, es sei das Beste, den Hunden ein Drittel ihrer Portion ca. 3 Stunden vor Arbeitsbeginn zu füttern, und die restlichen zwei Drittel eine Stunde nach Beendigung der Arbeit.

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PostHeaderIcon Bild: Kangal Ruhepause

Müde bin ich, geh zur Ruh...


Wer den ganzen Tag und die ganze Nacht auf die Herde aufpasst, dem sei eine Ruhepause durchaus vergönnt. Auch ein Kangal muss mal schlafen, wenn auch nur auf einem Auge und einem Ohr.

PostHeaderIcon Bild: Kangals beim spielen

Kangals bei fröhlichen Stöckchen ziehen.


Fotograf: A. Holzknecht / pixelio.de

PostHeaderIcon Bild: Kangals vertragen sich auch mit Katzen

Da soll mal einer sagen, Kangals wären nicht verträglich mit Katzen.
Alles reine Erziehungssache :)


Dieser Kangal Rüde erhält gerade eine Ganzkörpermassage von Katze Lilly.

Bild gefunden bei http://www.kangalforum.de gepostet von cat.

PostHeaderIcon Die kontroverse Ausbildung zum Herdenschutzhund

Um die Hunde als Schützer und Wächter auszubilden, werden im wesentlichen zwei Methoden benutzt, die unterschiedlicher in ihrer Anwendung nicht sein könnten.

Die einen behaupten, man solle die Hunde als Welpen mit der Herde hinausschicken und ihnen sämtliche menschliche Aufmerksamkeit entziehen, so dass sie sich ganz der Herde widmen und sie als alleinige Begleiter gewohnt sind. Andere wiederum setzen darauf, die Hunde gerade in dieser jungen Phase ganz intensiv zu sozialisieren, so dass sie friedliche Wesen im Kreis der Herde und nicht gefährliche Erwachsene und Kinder in der Nähe akzeptieren.

Ich persönlich bevorzuge die zweite Variante. Die erste ist wohl für solche Tiere gedacht, die mit den Schafen ihre Tage auf Weiden verbringen, die sehr abgelegen und weit entfernt sind, und daher nur ca. einmal die Woche Kontakt zu Menschen haben (sofern es, wie oft der Fall ist, automatisierte Futterstellen gibt). Das mag sinnvoll erscheinen, aber doch denke ich wirft es Probleme auf. Ich frage mich zum Beispiel, wie diese Hunde sich verhalten, wenn die Herde während des Winters und beim Scheren von der Weide geholt wird?

Daher bevorzuge ich es, wenn ein Welpe von Anfang an gut sozialisiert wird. Dadurch wird er lernen bei der Herde zu bleiben, wenn er regelmässig mitgenommen wird, und gleichzeitig geliebt, gefüttert und unterhalten zu werden, woraufhin er sich auch freundlich gegenüber Menschen verhalten wird.

PostHeaderIcon Das Bellverhalten von Kangals

Bei Kangals kann man im wesentlichen zwischen drei "Bellarten" unterscheiden.

Sie geben ein gleichmäßiges, abgehacktes Bellen von sich um zu zeigen, dass in der äußeren Bewachzone etwas aufgetaucht ist. Wobei sie aber den Eindringling in dieser Entfernung noch nicht als gefährlich einstufen, ihn aber trotzdem im Auge behalten.

Ein sehr dominantes Bellen, welches das erste stark an Schnelligkeit und Lautstärke übertrifft, ertönt, wenn der Hund auf dem Feld etwas erspäht oder sich etwas nähert, das eine Gefahr bedeuten könnte und erhöhte Aufmerksamkeit verlangt. In diesem Fall lenkt auch die Herde ihre Aufmerksamkeit auf den Hund um auf seinen Befehl zu warten, wenn er sie veranlasst, sich an einen bestimmten Ort zu bewegen, den er selbst als sicher beurteilt.

Ein dominantes, drohendes Knurren mit gefletschten Zähnen deutet auf etwas hin, das sehr gefährlich ist und unbedingt aufgehalten werden muss. Hier droht absolut akute Gefahr.

PostHeaderIcon Wie beschützt ein Kangal eine Herde

Ein anatolischer Hirtenhund beschützt seine Herde zum einen, indem er eine "äußere Grenze" um die Schafe zieht, die er einmal morgens und einmal abends umrundet, um das Territorium zu markieren. Nichts innerhalb dieser äußeren Grenze wird von den Hunden beschädigt, sie drehen lediglich ihre Runde und kehren danach zurück zur Herde.

Zum anderen zieht der Hund eine "innere Grenze" um die Herde, deren Gebiet er als Beschützerzone ansieht. Er hält sich immer zwischen der Herde und dieser Pufferzone auf, die er zwischen den beiden Begrenzungen gezogen hat, und verhält sich normalerweise immer ruhig, liegt in der Nähe der Herde solange, bis etwas ungewöhnliches in der Zone passiert, die er bewachen soll. Circa einmal pro Stunde steht er auf und zieht seine Kreise unter der Herde, überprüft alles, und legt sich dann wieder an einem neuen Platz nieder. Er erkennt sehr schnell, was der Situation zugehörig ist und welche Personen zu dem Umfeld gehören. Solange dann nichts ungewöhnliches auftaucht, bleibt er ruhig an seinem Platz liegen.

Ein ausgewachsener anatolischer Hirtenhund weiß instinktiv, dass er sich ruhig und vorsichtig zu verhalten hat, und sich unter der Herde unauffällig bewegen soll. Wenn er dauernd unruhig durch die Menge streifen würde, würde er damit die Tiere nervös machen und könnte sie somit nicht mehr richtig beschützen. Kangals haben hier eine sehr hohe Grenze, bis sie tatsächlich den Frieden stören weil sie etwas als Gefahr sehen. Beim ersten Bellen, dass sie dann von sich geben, signalisieren sie der Herde sogar immer noch, dass keine Gefahr besteht. Beim zweiten Bellen übermittelt er ihnen, dass der Störenfried immer noch anwesend ist und deshalb erhöhte Aufmerksamkeit angebracht ist. Die Herde wird dann weiterhin grasen, wird aber mit einem Ohr auf den Hund horchen.Wenn dieser dann entscheidet, dass eine Gefahr wirklich bedrohend ist, verändert sich beim Bellen die Tonlage. Er beginnt hin und her zu laufen und signalisiert der Herde, zusammenzukommen, und zeigt ihnen, in welche Richtung sie sich bewegen sollen, so dass ein Vorteil gegenüber dem Eindringling entsteht. Er kann durch seine Bewegungen die Herde sichern, ohne dabei dem Feind den falschen Eindruck eines Rückzuges zu vermitteln.

Der Körperbau der anatolischen Hirtenhunde ist so gemacht, dass sie etwas länger als hoch sind. Dies verleiht ihnen einen federnden Gang, der ihnen erlaubt, sich sehr schnell zu bewegen ohne aber den Eindruck einer solchen Schnelligkeit zu machen. Sie können eine Herde komplett durchqueren um alles zu überprüfen, ohne auch nur ein einziges Schaf zu beunruhigen. Seitdem die Hunde mit der Aufgabe bedacht wurden, Schafe in den Hochplateaus Anatoliens zu bewachen, mussten sie die gleiche Agilität wie die Schafe aufweisen. Sobald ihre Geschwindigkeit sich erhöht, wird ihr Gang sehr schmal, ideal also, um enge Pfade schnell zu durchkämmen. Durch diese Beweglichkeit benötigen sie auch gar kein massives Gewicht, um Feinde und Eindringlinge abzuwehren.

Eigentlich ist "hüten" nicht wirklich das richtige Wort für die Tätigkeit der Kangals. Die Herde kann laufen, wo immer sie hinmöchte, da die einzige Aufgabe des Hundes im Bewachen liegt. Sollte ein Mitglied in der Herde sich ungewöhnlich verhalten, wird der Hund in seiner Nähe bleiben und bellen, um die Aufmerksamkeit des Schäfers erregen. (Z.B. wenn ein Tier in einem Loch feststeckt oder sich irgendwo verfangen hat) Wenn ein Herdenmitglied auf dem Rücken liegt und sich absolut still verhält, wird das den Hund lediglich dazu veranlassen, bei ihm zu bleiben, nicht aber zu bellen. Denn solange das Tier ruhig daliegt, weiss der Hund nicht, dass etwas mit ihm nicht stimmt.

PostHeaderIcon Bild: Anatolische Hirtenhunde

Anatolische Hirtenhunde



Foto mit freundlicher Genehmigung von :Horst Peters

PostHeaderIcon Gesetzliche Lage: Ist der Kangal ein Kampfhund?

Da ich immer wieder gefragt werde, ob Kangals tatsächlich "so gefährlich sind, wie man hört", hier eine kleine Aufklärung, da vielen offenbar immer noch nicht klar ist, ob und wie gefährlich diese Hunderasse wirklich ist.

Etwas grundsätzliches vorweg: Kangals sind weder Killer, noch sind sie Kampfhunde! In Deutschland gehört diese Rasse auch nur teilweise zu den Listenhunden. In Hamburg und Hessen wird er als potentiell gefährlich eingestuft. Man beachte das "potentiell". Sie werden so lange als potentiell gefährlich eingestuft, bis der Halter zum Beispiel durch einen Wesenstest das Gegenteil nachweisen kann. Als "gefährlich" wird hier ein Hund bezeichnet, der eine überaus hohe Angriffbereitschaft und Aggressivität zeigt. Doch wie bereits mehrfach erwähnt sind Kangals auf keinen Fall Angreifer, sondern Verteidiger, und werden von ihrer Kraft nur im äußersten Notfall Gebrauch machen.

Im Anschluss folgt ein Auszug aus der hessischen Verordnung, aus der hervorgeht, dass die Rasse Kangal (Karabash) zusammen mit zehn weiteren Rassen zu den Tieren gehört, deren Gefährlichkeit bis zum Beweis des Gegenteils vermutet wird. Viele meinen hierzu "Wenn der Kangal in Hessen als Listenhund geführt wird, wird das schon seinen Grund haben!". Das stimmt, jedoch sollte man auch beachten, dass er in über 10 Bundesländern nicht annähernd als gefährlich eingestuft wird, was wohl auch nicht ohne Grund der Fall sein dürfte!

Der Import nach Deutschland ist zwar nicht verboten, jedoch ist (Angaben der türkischen Botschaft in Berlin zufolge) die Ausfuhr von Kangals aus der Türkei verboten.

Hier nun ein Auszug aus der Hessichen Landeshundeverordnung :

§ 2 Gefährliche Hunde
(1) Gefährlich sind Hunde, die durch Zucht, Haltung, Ausbildung oder Abrichtung eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft, Angriffslust, Schärfe oder eine andere in ihren Wirkungen vergleichbare, mensch- oder tiergefährdende Eigenschaft besitzen. Für folgende Rassen und Gruppen von Hunden sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden wird eine Gefährlichkeit vermutet:

1. Pitbull-Terrier oder American Pitbull Terrier,2. American Staffordshire-Terrier oder Staffordshire Terrier, 3. Staffordshire-Bullterrier, 4. Bullterrier, 5. American Bulldog, 6. Dogo Argentino, 7. Fila Brasileiro, 8. Kangal (Karabash), 9. Kaukasischer Owtscharka, 10. Mastiff, 11. Mastino Napoletano.


(2) Gefährlich sind auch die Hunde, die

1. einen Menschen gebissen oder in Gefahr drohender Weise angesprungen haben, sofern dies nicht aus begründetem Anlass geschah,

2. ein anderes Tier durch Biss geschädigt haben, ohne selbst angegriffen worden zu sein, oder die einen anderen Hund trotz dessen erkennbarer artüblicher Unterwerfungsgestik gebissen haben oder

3. durch ihr Verhalten gezeigt haben, dass sie unkontrolliert andere Tiere hetzen oder reißen.

PostHeaderIcon Richtige Ernährung wird häufig unterschätzt

Die Ernährung ist eine Komponente der Hundehaltung, auf die zwar jeder achtet, die aber dennoch häufig unterschätzt wird. Das gesamte körperliche Befinden und die Entwicklung der Tiere hängen jedoch damit zusammen und sind somit auch für seelische Ausgeglichenheit von hoher Priorität. Gerade Hirtenhunde spielen hier eine ganz besondere Rolle.

Die Ernährung unserer Hunde liegt in den besten Händen. Könnte man zumindest meinen, bei den vielen fördernden Inhaltsstoffen im Futter, den verschiedenen Zusatzpräparaten, der Ergänzungsnahrung, Spezialnahrung, Diätnahrung etc.. Ich will die Hundefutterindustrie nicht verteufeln, sicherlich gibt es viele Produkte auf dem Markt, die sehr nützlich sind. Jedoch werden diese häufig immer mehr auf menschliche Bedürfnisse zugeschnitten, was aber mit der Realität der Hunde nichts gemein hat. Hier werden die Hunde als Mittel zum Zweck missbraucht, den Hundehaltern ins Gewissen zu reden, sie würden nicht richtig für ihre Tiere sorgen, wenn sie das Futter XY nicht kaufen, nur um letztendlich einen dicken Geldbeutel zu haben.

Weil wir natürlich gute Hundehalter sein wollen, bleiben uns gewisse Worte im Gedächtnis, wie irgendwelche Zusatzstoffe, und wir versuchen alles, um unseren Schatz genügend damit zu versorgen, sehen aber nicht die Gefahr einer Überversorgung, die zu großen Schädigungen führen kann, ebenso wie Mangelernährung. Hier heisst es schlicht und einfach: Ausgewogenheit.

Im Ursprungsland der Kangals war Fertigfutter bis vor wenigen Jahren noch ein Fremdwort, und die Halter waren selbst verantwortlich für die Fütterung ihrer Tiere (Viele sind das noch heute). Die Preise sind dort stark überteuert, so dass sich nur die wenigstens dies leisten können.

In der Türkei ist Brot das Hauptnahrungsmittel, welches auch den Hunden als Futter dient. Oft wird es in Milch eingeweicht und mit der Brühe ausgekochter Knochen verrührt - und stellt das einzige Futter für Kangals dar! Da die Hirten meist sehr arm sind, bleibt nur selten etwas für die Hunde nach der Schlachtung übrig, da alles von den Menschen verwertet wird.

Über viele Jahre hinweg haben sich hier Hunde entwickelt, die mit primitivster Ernährung auskommen. Die sogar massive Probleme entwickeln können, gibt man ihnen zu viel des Guten (bspw. zu viel tierisches Eiweiß). Hier treten insbesondere häufig Hautprobleme auf.
Es soll Fälle geben, bei denen das Fell der Hunde aufgrund falscher Ernährung komplett abgestossen wurde. Auch der restliche Körper und insbesondere die Knochen können unter einer unausgewogenen Ernährung leiden. Daher ist das einfachste Futter bei uns schon ein Festmahl für anatolische Hirtenhunde. Folglich sollte man darauf achten, den Tieren eher weniger Fleisch zu geben und keine Zusatzstoffe beizufügen deren Proteingehalt zu hoch ist. Ein Leckerli mit dem nahezu jeder Kangal absolut zufrieden ist, ist ein Stück trockenes Brot, eventuell mit etwas Margarine.

Ein Denkfehler vieler Hundehalter ist, dass die Größe eines Tiere davon beeinflusst wird, wie viel es frisst. Dies ist Humbug, da die Größe genetisch vorbestimmt ist, und man durch massenhaft Futter keinesfalls den Kangal in die Höhe treibt, sondern lediglich in die Breite. Er wächst zwar schneller und wird schwerer, aber die Endgröße steht von Beginn an fest und wird durch diese Überfütterung lediglich durch zusätzliche gesundheitliche Folgen ergänzt. Dies hat wiederum zur Folge, dass ein extrem schwerer Hund seine Gelenke (z.B. Hüfte) über die Maße belastet, woraus häufig Deformierungen der Gelenke resultieren. Das kann dazu führen, dass ein Hund später seine Wesensmerkmale nicht richtig ausleben kann, da durch die Deformationen der gesamte Bewegungsablauf beeinträchtigt wird. Somit wird der Hund einen unausgeglichenen Charakter haben.

Da gerade bei Junghunden das Wachstum nicht immer gleichmässig geschieht und viele Hunde in den ersten Jahren hinten höher als vorne sind, also ihr Hauptgewicht vorne tragen, kann man sich vorstellen, was das für die Vorderfußwurzelgelenke bedeutet, die dann extrem belastet werden und Langzeitfolgen vorprogrammieren.

Man kann also festhalten: Durch die jahrtausendelange Entwicklung der Kangals hat sich ihr Körper an die für uns scheinbar mangelhafte Ernährung gewöhnt und ist bestens damit ausgekommen. Sein Energiehaushalt und sein Stoffwechsel haben sich daran angepasst, so dass nun sowohl körperliche als auch charakterliche Schäden auftreten, wenn man es mit der Ernährung zu gut meint.

PostHeaderIcon Bild: Tuerkish Akbash

Türkish Akbash in seiner natürlichen Umgebung.


Dieses Bild basiert auf dem Bild Türkish Akbash aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist teddy llovet.

PostHeaderIcon Die richtige Pflege für einen Kangal

Zwar sind Kangals von Natur aus eher robust, benötigen aber trotzdem von Zeit zu Zeit etwas Körperpflege, wie jeder andere Hund auch. Im Vergleich jedoch sind sie recht pflegeleicht, da ihr Fell ziemlich kurz ist und sich quasi fast wie von selbst reinigt. Zweimal im Jahr jedoch haaren Kangals, was immer recht heftig ausfallen kann. Daher sollten sie zu diesen Zeiten natürlich öfter und intensiver als sonst gebürstet werden. Hier bewähren sich meist Striegel mit etwas längeren Zähnen, von Drahtbürsten ist abzuraten.

Baden braucht man Kangals in der Regel nicht. Da es jedoch manchmal zu Situationen kommen kann, in denen es unumgänglich ist, sollte man die Hunde von klein auf an Wasser und Shampoo gewöhnen, dass sie später nicht erschrecken. Auch Kangals sind vor Flöhen und Zecken leider nicht gefeit, weswegen man hier auf einige bewährte Mittel aus dem Handel zurückgreifen sollte.

Auch die Ohren der Hunde wollen regelmäßig gereinigt werden. Hier nimmt man am besten ein einfaches Papiertuch oder einen Wattebausch und benutzt dazu noch eine Speziallösung. Es ist darauf zu achten immer sehr vorsichtig zu handeln und niemals zu tief in das Ohr einzudringen. Sonst kann es zu schmerzhaften Ohrenentzündungen kommen, was leider nicht selten der Fall ist. Einen Tierarzt sollte man auf jeden Fall konsultieren, wenn auffällt, dass der Hund sich häufig das Ohr kratzt oder den Kopf leicht schief hält.

Die Zähne der Hunde müssen regelmässig von Plaque und Ablagen befreit werden, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Ein Mittel, dass sich immer bewährt hat sind hierbei große Kauknochen. Man mag auch auf die Idee kommen ihm die Zähne zu putzen, was aber weitaus mühsamer ist und nicht funktionieren wird, wenn er es nicht von klein auf gewohnt ist. In besonders schweren Fällen kann auch hier der Tierarzt helfen.

Außerdem sollte man auch immer die Pfoten der Hunde untersuchen. Möglicherweise kann er sich kleine Verletzungen an den Ballen oder zwischen den Zehen zugezogen haben, was sehr schmerzhaft werden und sich entzünden kann. Die Haut zwischen den Zehen ist besonders empfindlich, weswegen sich hier besonders leicht Splitter oder andere Fremdkörper befinden können.

Zuletzt sollte man die Nägel regelmäßig schneiden. Jedoch immer nur die Nagelspitzen, so dass keine Blutgefässe verletzt werden. Wenn Ihr Hund Wolfkrallen hat ist die Pflege derer besonders wichtig, da diese sich nicht von alleine abnutzen.

PostHeaderIcon Zusammenfassung: Haltung

Zu besseren Übersicht hier eine kleine Zusammenfassung der Haltungsvoraussetzungen für Kangals. Detailliertere Informationen finden Sie in den restlichen Posts der Rubrik "Haltung". Hier also kompakt für alle:

  • Vertrauen zw. Hund und Halter
  • viel Platz, eingezäuntes Grundstück
  • Hundeerfahrung, am besten Erfahrung mit der Rasse selbst
  • Geduld und Zeit
  • Hund muss sein Wach- und Schutzbedürfnis ausleben dürfen
  • keine reine Wohnungshaltung!
  • enge soziale Bindung an die Familie (Verantwortungsgefühl!)
  • kein zu hochwertiges Futter geben
  • konsequente, aber langsame Erziehung ohne totalitären Druck
  • Hund nie in unbekanntem Terrain oder mit Fremden unbeaufsichtigt lassen
  • nahezu immer Leinenführung
  • erhöhte Aufmerksamkeit abends und morgens
  • Familie muss von einer Person geleitet werden, die für den Kangal als Leithund fungiert

Wer schon vorher weiss, dass er mit einem dieser Punkte nicht aufwarten kann oder will sollte sich keinen Kangal anschaffen! Der Umgang mit den Hunden ist auch möglich ohne selbst Halter zu sein. Fragen Sie zum Beispiel in einem Tierheim in ihrer Nähe an, dort gibt es fast immer die Möglichkeit eine Patenschaft für Tiere zu übernehmen oder sich ehrenamtlich um sie zu kümmern. Tierheime werden dafür immer dankbar sein und oft sitzen dort auch einsame Kangals, die gerne etwas Beschäftigung suchen, wenn sich schon kein Halter findet.

PostHeaderIcon Video: Kangal Welpe verbellt Leithammel

Früh übt sich, wer ein ganz Grosser werden will...

Das gilt auch für Hirtenhunde... der Kangal Welpe lässt sich zumindest nichts gefallen.

Schon garnicht von einem Schaf, das er ja mal schützen soll!

PostHeaderIcon Worauf man bei der Haltung besonders achten muss

Es gibt viele unterschiedliche Meinungen darüber, welche Haltung für Kangals nun die artgerechteste ist. Einige meinen, die Tiere könnten sich nur zufrieden fühlen, wenn man sie in ihrer ursprünglichen Umgebung, also Anatolien, aufzieht. Ich denke allerdings, dass man bei gegebenen rassespezifischen Voraussetzungen und einem artgerechten Umfeld auch außerhalb ihres ursprünglichen Arbeitsumfeldes den Kangals ein gutes, sicheres Zuhause bieten kann, ohne dass dabei grundlegende Wesenszüge verloren gehen. Man sollte aber auch erwähnt haben, dass Kangals grundsätzlich nur in erfahrene Hände gegeben werden sollten, da diese Rasse eben besonderes Feingefühl und Gespür erfordert.

Zum einen ist es wohl unabdingbar, dass die Kangals in ihrem sozialen Bedürfnis befriedigt werden, weshalb ein enger Familienkontakt und wenn möglich auch Umgang mit anderen Tieren geradezu verpflichtend ist. Es muss dafür gesorgt sein, dass der Hund sein tiefverwurzeltes Verantwortungsgefühl und Schutzbedürfnis ausleben darf, was allerdings auch ohne anatolische Schafherde möglich ist. Man muss den Hunden unbedingt die Gelegenheit geben, in den Abend- und Morgenstunden ihrem Wachbedürfnis zu frönen, sodass ihre feinfühligen Sinne wie Augen, Ohren und Nase befriedigt werden können. Daher ist die Rasse für eine ausschließliche Wohnungshaltung absolut ungeeignet!

Angst vor dauerhaftem "Gekläffe" braucht man in der Regel nicht zu haben, da Kangals sehr schnell lernen, welche Situation zugehörig ist und welche nicht, und schlagen dann nur bei wirklicher Gefahr an. Dafür ist es allerdings wichtig, dass die Hunde gleich in den ersten Lebensjahren mit ihrer kompletten Umwelt vertraut gemacht werden, damit sie fremde und zugehörige Situationen später unterscheiden können. Das soziale Umfeld erkennen junge Hunde auch sehr schnell an und entwickeln meist bald eine hohe Bereitschaft, den Wünschen des Halters nachzukommen. Denn die enge Verbindung zwischen Hund und Halter basiert stark auf dem gegenseitigen Bedürfnis des Wohlgefallens und nicht auf der Autorität des Halters, da ein Kangal auf diese nur sehr bedingt reagiert. Wichtig ist, dass ein Vertrauensverhältnis entsteht. Dies verlangt immer Erfahrungen, und zwar je mehr desto besser.

Diese Rasse hat außerdem ein innewohnendes Bedürfnis nach Ruhe und sie wird versuchen diesem mit allen Mitteln nachzukommen. Daher ist die einzig sinnvolle Strafe für einen Kangal, ihn aus dem Sozialverband auszuschließen, da er alles tun wird, um wieder aufgenommen zu werden und dadurch am schnellsten lernt, was von seinem Halter erwünscht ist.

Dieses Band, diese enge Verbindung, die da zwischen Halter und Hund eingegangen wird, ist wohl mit die wichtigste Komponente der Erziehung eines anatolischen Hirtenhundes. Es ist stets darauf zu achten, dem Hund die Menschen immer in Relation zu angenehmen Gefühlen nahe zu bringen. Was nicht heißen soll, dem Hund seine Bereitschaft zur Verteidigung zu nehmen, sondern lediglich die Hemmschwelle hoch anzusetzen (zumindest Menschen gegenüber).

Auch wenn hier teils oft sehr übertrieben wird darf man trotzdem nicht verheimlichen, dass bei falscher Erziehung und Haltung der Kangal tatsächlich zu einer Gefahr für seine Umwelt werden kann. Dies gilt zwar für viele andere Rassen gleichfalls, ist aber bei den Kangals besonders zu betonen, da sie bei Herausforderungen ihrer Verteidigungsbereitschaft unmittelbar und gegebenenfalls auch ohne Vorwarnung reagieren, was durch die Anforderungen der Hirten bedingt ist, die großen Wert auf den Mut und die Reaktionsschnelle ihrer Hunde legen.

Wer sich einen Kangal ins Haus holen möchte sollte sich vorher absolut im Klaren darüber sein, welch große Verantwortung ihm damit zukommt und sollte prüfen, ober die gegebenen Haltungsbedingungen erfüllen kann. Gerade in den ersten paar Jahren verlangt so ein Hund einiges an Geduld, Zeit und Liebe, und man muss bereit sein ca. 14 Jahre seines Lebens mit diesem Hund zu teilen und sich selbst nach den Ansprüchen des Hundes zu richten. Diese Rasse kann man oftmals nur schwer beschreiben, weil sie sich so sehr von anderen unterscheidet. Man muss sie erleben.

Die Hunde bestechen eben nicht nur durch ihre harmonische Eingliederung in die Familie, sondern auch durch ihren zärtlichen, fast schon fürsorglichen Umgang mit Menschen und anderen Tieren und die gesunde Verteidigungsbereitschaft. Auch die zu erwartenden Unkosten sind eher gering, da Kangals in der Ernährung recht anspruchslos sind und keine rassespezifischen Krankheiten bekannt sind. (Zur Ernährung sei allerdings gesagt, dass ein ZU hochwertiges Futter Schädigungen der Haut hervorrufen kann!) Dies wird nachvollziehbar, wenn man sich bewusst macht, dass die Hunde in ihrer Heimat meist von Brot und Wasser leben müssen und sich eine Generation von Hunden nur durchsetzt, wenn sie dieser mangelhaften Ernährung standhalten kann.

Externer Link: Ferienhäuser mit Hund

PostHeaderIcon Video: Kangal Welpen Futter Knäul

So sieht es aus, wenn sich 6 kleine Kangal Fellknäule um einen Leckerbissen streiten.



Es entsteht ein Kangal Welpen Stern, der in jeder Richtung zieht !

PostHeaderIcon Video: Kurdish Kangals beim spielen

Hier kann man 2 Kangals beim Spielen im Garten beobachten. Sie toben ausgelassen auf der Wiese. Auch wenn der Titel des Videos Kangal Dog Fight wohl etwas missraten ist..



Diese 2 Gesellen haben auf jeden Fall mächtig Spaß am toben.

PostHeaderIcon Das Beuteverhalten anatolischer Herdenschutzhunde

Da Kangals Herdenschutzhunde und keine Angreifer sind ist stets darauf zu achten, dass ihr Jagttrieb so gering wie möglich ausgeprägt ist. Um die Herde angemessen zu bewachen ist es von höchster Wichtigkeit, kein Beuteverhalten an den Tag zu legen. In den Genen werden wohl sicherlich Veranlagungen für Jagtverhalten auch bei Kangals vorhanden sein, jedoch kann man durch gezielte Zuchtauswahl dieselbige stark verdecken und dafür sorgen, dass die Reizschwelle zu einem derartigen Verhalten so hoch angelegt ist, dass solche Eigenschaften erst gar nicht zum Vorschein kommen. Schon bei der Erziehung der Welpen ist darauf zu achten, dass solches Verhalten nicht von der Mutter erlernt wird.

In der Türkei werden Hunde mit solch fehlgeleiteten Jagteigenschaften nicht selten ausgestossen, bisweilen sogar getötet. Manchmal sogar von fremden Hirten, wenn der Hund seine Herde in Unruhe versetzte. Und genau das darf nämlich nicht passieren.

Herdenschutzhunde müssen sich inmitten der Herde befinden und frei bewegen können, ohne diese zu beunruhigen, was durch jegliches Jagtverhalten hervorgerufen werden könnte. Bei den meisten Hütehunden zum Beispiel wird verlangt, dass sie die Herde einkreisen und zusammentreiben. Durch das Anstarren und das Einkreisen werden die Tiere allerdings beunruhigt. Dies darf ein Herdenschutzhund nicht. Er muss unter den Schafen leben können, ohne für Unruhe zu sorgen oder gar die Tiere zu bedrohen.

Die Reizschwelle des Selbstschutzes (der bei allen Hunden mehr oder weniger stark ausgeprägt ist) ist wiederum eine andere Sache. Bei Kangals sollte sie in einem natürlichen Maße erhalten bleiben. In der Türkei wird sie teils von Züchtern durch gezielte Auslese nach unten verschoben, um ein reaktionsschnelleres Verteidigungsverhalten hervorzurufen. Dabei ist es aber von hoher Priorität darauf zu achten, dass diese Eigenschaft eine natürliche Ausgewogenheit behält. Dass das Verhältnis zwischen Selbstschutz und der nötigen Aggressivität, gepaart mit der hohen Eigenständigkeit der Kangals, keine extremen Maße annimmt. Unter deutschen Verhältnissen wäre eher darauf zu achten, die Reizschwelle weiter oben anzusiedeln.

Es ist nicht immer ganz leicht, die gesunde und angemessene Höhe der Reizschwelle zu definieren. Ist sie zu hoch angesetzt ist es möglich, dass der Hund an Verteidigungsbereitschaft verliert. Setzt man sie allerdings zu niedrig an, führt das zu einer schnelleren Aggressivität und der Hund kann womöglich zur Gefahr für die Herde oder gar die Umwelt werden. Somit wäre keinerlei Sozialverträglichkeit mehr gegeben und jeder Hirte würde sich von seinem Hund trennen, da er an beiden erwähnten Fehlverhalten keinerlei Interesse hätte und sehr auf die Ausgewogenheit zwischen der sozialen Verträglichkeit und die Bereitschaft zur Aggressivität bedacht ist.

Dabei ist es unverantwortlich, dass viele Züchter heute nicht mehr genügend auf dieses gesunde Maß der Reizschwelle für den Selbstschutz achten und teils sogar ein Absenken dieser Schwelle angetrebt wird. Bei den meisten Hunderassen sind Jagdtendenzen zwar vorhanden, jedoch ist eine Neigung zum Angreifen oder gar Töten unerwünscht, also eine Beisshemmung wird stets vorausgesetzt.

Bei Wachhunden wiederum verhält sich das mit den Jagdtendenzen anders, und zu jenen zählt ebenso der anatolische Hirtenhund. Deren Motivation ist nicht die Beute, sondern der Schutz. Daher sollte die Neigung zum Selbstschutz ebenso entwickelt sein, wie die Neigung zum Angreifen, was dem Halter ein enormes Maß an Verantwortung zukommen lässt.

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