Krise auch im Tierheim

Leider sind nicht nur Banken und große Konzerne von der derzeitigen Wirtschftskrise betroffen, sondern auch kleine Vereine und gemeinnützige Organisationen haben unter schwindenden Finanzen zu leiden. Bei vielen Tierheimen in Deutschland brechen die Spenden ein, und viele Tierhalter geben ihre Lieblinge wegen ihrer finanziellen Lage ab. Die Futterkosten steigen und steigen und die Rechnungen beim Tierarzt nehmen gigantische Ausmaße an, was viele Tierheime auf Dauer nicht mehr tragen können.

Bisher sind vier Einrichtungen, die von Tierschutzvereinen betrieben werden, von der Insolvenz bedroht. Dabei handelt es sich um Heime in Dresden, Bremervörde, Homburg und Wipperfürth. Leider sind davon auch einige Kangals betroffen, für die eine Ab- oder Rückgabe in Tierheime oder langes Warten auf einen Besitzer besonders schrecklich ist.

Nun wäre es endlich an der Zeit für den Bund und die Kommunen, den bundesweit 519 Tierheimen ihre Unterstützung zuzusichern. Hier würden mittelfristig 15 Millionen Euro gebraucht, andernfalls müssten die Tiere, die u.a. für die Kommunen betreut werden,in den Rathäusern abgegeben werden. Eine weitere schwere Belastung wäre außerdem, wenn die Mehrwertsteuer auf Tierfutter angehoben würde.

Die gebrauchten 15 Millionen Euro würden dem Bund keinesfalls wehtun, auch wenn sich die Summe erst einmal beträchtlich anhört. Aber in den Tierheimen werden weit über 300.00 Tiere betreut, und allein der Einsatz der vielen ehremantlichen Helfer erspart den öffentlichen Haushalten jährlich mehr als eine halbe Milliarde Euro für die Tierbetreuung.

In Anbetracht des Umfanges der Aufgabe, in Not geratene Tiere aufzunehmen (was eine staatliche Aufgabe ist), sind die staalichen Zuschüsse lange nicht ausreichend. Ein Beispiel: En Tierheim in Berlin hat jährliche Kosten von rund 7 Millionen Euro. Bekommt aber aus öffentlichen Kassen lediglich 440.000 Euro zur Denkung der Kosten.

Das kann und darf kein Dauerzustand sein, und es ist schade, dass dem Staat seine Tiere offenbar so wenig wert sind. Da man von letzterem wohl tatsächlich nicht mehr Hilfe erwarten kann, ist nun der kleine Bürger gefragt. Helfen Sie in Ihren Tierheimen, übernehmen Sie Patenschaften oder geben Sie (wenn auch nur kleine) Spenden.

5 Kommentare:

  1. Also dein Beispiel mit dem Tierheim in Berlin ist erschreckend. Ich hätte nie im Leben geglaubt, dass ein Tierheim so viele Kosten verursacht. Das ist ja wirklich enorm. Schade, für jeden möglichen Rotz hat die Regierung Geld, aber an die Tierheime denkt keiner.

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  2. ICh hätte die jährlichen Kosten sogar noch höher eingestuft. Alleine schon die tägliche Ration an Nahrung für die Tiere ist enorm. Naja, hoffen wir das in Zukunft auch die Regierung dies bemerkt und endlich mehr Geld zur Verfügung stellt.

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  3. Hat eigentlich irgendeine Partei etwas zum Thema Tiere / Tierschutz in seinem aktuellem Wahlprogramm? Bezogen auf die Bundestagswahl ...

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  4. @Torsten. Ist mir nichts bekannt. Aber so genau kenne ich mit den Wahlprogrammen auch nicht aus, müsse man sich mal einlesen. Allerdings weiss ich sicher, dass die Linken sich sehr intensiv gegen Tierversuche einsetzen möchten. Von den anderen Parteien ist mir nichts bekannt. Deren Wahlprogramme sind aber auch ungleich länger ...

    @Karl & Tom: Danke für eure Beiträge! Im Prinzip ist es ja egal, wie hoch die Kosten tatsächlich sind. Das Schlimme ist ja, dass VERHÄLTNISMÄSSIG so wenig von den Regierungen getragen wird, dass die Tierheime selbst nicht mehr klarkommen.

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  5. Wahnsinn! Hätte die Kosten auch etwas niedriger eingeschätzt...

    Wie sieht das denn mit Spenden aus? Wieviel Prozent kommt denn da rein?

    Würde mich mal interessieren!

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